Als ich die Hand eines Menschen brauchte…
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Als ich die Hand eines Menschen brauchte…

Ich möchte euch heute an einem Erlebnis teilhaben lassen, welches ich vor nicht allzulanger Zeit in einer Therapieeinheit erleben durfte. Bei unserem wöchtentlichen Besuch in der Wohnstätte für behinderte Menschen erleben wir immer wieder einmalige Augenblicke, so auch an diesem Tag.
Eine Mitarbeiterin der Einrichtung bat mich, mir heute etwas Zeit für eine Klientin mit Schizophrenie zu nehmen. Ihr würde es heute nicht gut gehen und vielleicht könnte ich ja etwas mit Kira bewirken. Nachdem wir zu Klientin S. ins Zimmer gingen und ich Kiras Decke – nach Absprache mit S.,  auf ihr Bett gelegt hatte, legte sich Kira nach Aufforderung darauf. S. legte sofort ihren Kopf auf Kira und begann ihr Erlebnisse des Tages zu erzählen. Dabei begann S. zu weinen. Kira blieb ganz ruhig liegen und wartete ab, was nun folgt. Es verging einige Zeit und plötzlich schaute mich S. an und fragte mich: „Können Kira und ich jetzt Kumpels sein?“ Ich merkte, dass ich nicht mehr ganz klar durch meine Augen sehen konnte und ich antwortete: „Ja klar könnt ihr das. Guck mal, was sie mit deiner Hand macht. Ich glaub, sie mag dich.“ In dem Moment legte Kira ihre Pfote auf die Klientin. S.  sah mich an und sagte: „Kira versteht mich oder, auch wenn es mir schlecht geht? – Niemand versteht mich wirklich.“
In diesem Moment viel mir folgender Spruch ein: „Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote …“
Nachdem ich noch einige Minuten mit S. sprach und sie Kira streichelte, hatte ich das Gefühl, dass ihr dieser Augenblick mit Kira gut getan hat. Sie konnte ohne Rücksicht, sich einfach fallen lassen und jemandem das Herz ausschütten, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Es hat mir gezeigt, Kira ist ein guter, geduldiger Zuhörer.

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