Erfahrungsbericht aus der Förderschule

Heute möchte ich euch von Nina berichten. Nina ist eine 8 jährige Schülerin die nicht spricht. Sie kommuniziert über Mimik und Gestik.
Seit mittlerweile fast einem Jahr besuchen wir sie in einer Gruppenheit in ihrer Schule. In unterschiedlichen Abständen darf jeder Schüler zu einem individuellen 1:1 Setting. Heute war wieder dieser besondere Tag für Nina und sie durfte nach dem Gruppensetting noch zu einem Einzelsetting mit Fini in der Klasse bleiben.

Ihr müsst Wissen, Nina ihre Angst gegenüber Kira und Fini war zu Beginn sehr groß. Leckerlies über das Futterrohr zu geben oder das Fell zu berühren war nur bei guter Tagesverfassung möglich.

Jedoch erzählte mir die Lehrerin immer wieder,dass Nina selbst zu Hause über „ihre“ Hunde auf ihre Art und Weise schwärmte und ihrer Mutter in der Schule alle Fotos und Sachen die mit unseren Einsätzen zu tun haben, freudestrahlend zeigen wollte. Also waren wir auf dem richtigen Weg und mussten nur Nina irgendwie die Angst nehmen.

Bei unseren Einzelsettings standen Vertrauensübungen an erster Stelle.

Wie begegne ich einen fremden Hund?
Wie begrüßt man einen Hund?
Wie streichelt man einen Hund?
Wie gibt man ein Leckerlie?

Nach dem wir immer wieder diese Sachen wiederholt haben war Nina heute der Meinung Fini ohne Hilfsmittel Leckerlies zu geben. Sie nahm von sich aus die Leckerlie Dose und setzte sich auf den Boden – was mich zum ersten Mal in dieser Einheit sprachlos gemacht hat. Ich gab Fini das Kommando sich hin zu legen und Nina begann Fini die Leckerlies zu geben. Dann began Nina die Leckerlies auf ihrer Hose zu verteilen und ich gab Fini das Kommando, dass sie erstmal warten soll. Dann forderte ich Nina dazu auf Leckerlies auf Fini ihren Pfoten zu verteilen…und was soll ich sagen…zum zweiten Mal sprachlos an diesem Tag.
Der Höhepunkt kommt aber noch. Nina begann auf meine Nase zu zeigen, ich fragte sie verwundert ob ich dort jetzt ein Leckerlie hinlegen sollte? Als sie dies bejate, legte ich ein Leckerlie auf meine Nase und Fini nahm es vorsichtig von meiner Nasenspitze. Als Nina im nächsten Atemzug auf ihr Kinn zeigte und sich auch schon hinlegte war ich so perplex, dass mir die Stimme gleich komplett weg blieb. Zum Glück kennt Fini solche „Spielchen“ und wusste genau, dass sie erst warten muss. Als ich meine Stimme wieder gefunden hatte, wieß ich Fini darauf hin, langsam dass Leckerlie von Nina ihrem Kinn zu nehmen.

Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal ein Kind so herzhaft lachen gesehen und gehört habe. Wenn ich daran denke, wo Nina vor einem Jahr stand und wie distanziert sie gegenüber Kira und Fini war.

Die Lehrerin kam nach der Einheit zu mir und wollte eine kurze Rückmeldung und äußerte dabei, dass sie schon gehört hat, dass mit Hilfe von Tiergestützter Förderung auch nicht sprechende Kinder lernen können, dass ein oder andere Wort zu sprechen.

Was die Zukunft mit Nina bereit hält, wissen wir nicht. Aber es ist einfach so schön diese Entwicklung innerhalb von einem Jahr zu sehen. Und wir sind auf einem sehr guten Weg Nina mit Hilfe von unseren Helfenden Pfötchen zu unterstützen und zu fördern.

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